Das Salz von Rennes-le-Château 2

Veröffentlicht auf von asmodeus

Die „Glashöhlen“

 

Salzwasser-Quellen sind auch in Frankreich nicht eben zahlreich; aber eine Sole-Quelle, bei der sich ein „Friedhof“  aus vorgeschichtlicher oder aus frühmittelalterlicher Zeit finden ließe, könnte sogar einmalig sein.

 

Sals 26-12-08 (5) kleinDie „Fontaine de la Sals“ - der eigentlichen, der Hauptquelle, entspringt der Wasserlauf im Vordergrund. Lediglich, bei langanhaltenden Niederschlägen, wie jetzt, Ende Januar 2004, strömt überall im Terrain Süß-und Salzwasser aus den Hängen.

 

Von einer sehr guten Freundin, die, bis vor nicht all zu langer Zeit, mit ihren Kindern und mit ihrer Pferdeherde, jahrelang kreuz und quer durch Occitanien zog, wurde ich auf die Salsquelle aufmerksam gemacht. Sigrid, meine Freundin, ist irgendwann mit ihren Pferden im Salstal seßhaft geworden, und fand dort Aufnahme, in den Kreis der letzten Hüter der Geheimnisse von Rennes-le-Château. Auf diese Weise erfuhr ich von einer Grotte oder Höhle, die sich unweit der Quelle befinden soll, und die ich unbedingt aufsuchen müßte. Diese Höhle wäre in ihrem Inneren völlig verglast. Wände und Decke trügen eine unterschiedlich dicke Glasschicht. Allerdings waren die Ortsangaben immer so vage, daß ich gar nicht erst versuchte, mich anhand dieser Infos auf die Suche zu begeben. Die Salsquelle dagegen ist unschwer zu finden, wenn auch erst nach einer eindrucksvollen Wanderung zu erreichen. 

 

 

Und dann stand ich erstmals vor der Quelle, kostete von ihrem Wasser und besichtigte die unmittelbare Umgebung. Das kleine Château etwas weiter unterhalb, im Tal - in Wirklichkeit ein ehemaliges Nonnenkloster, wie sich später herausstellen sollte - nördlich, gegenüber der Quelle, auf einer Anhöhe, die imposante Ruine von „Corps du Garde“, dem alten Templerstützpunkt, und am Fuße des Hügels, schlängelt sich der kleine Salzwasserbach doch tatsächlich an einem noch geschlossenen Dolmen vorbei. Sollte sich der vermutete Friedhof hier wirklich finden lassen ? Das erschien mir immer wahrscheinlicher, nachdem ich mir noch mehrere weitere Hügel etwas genauer angesehen hatte - Dolmen  [1])

 

Ich ahnte in diesem Augenblick noch nicht, wie entscheidend sich die Dinge für mich von nun an verändern würden. All der eindringlichen Warnungen, von verschiedener Seite; vor den extrem starken Energien, die den Ort beherrschen würden - von einem Fluch war zuweilen die Rede, der über dem Platz läge - während wieder andere meinen, daß das gesamte Tal spirituell versiegelt sei, eingedenk, stand nun für mich zumindest erst einmal fest, daß ich mir den Platz auf jeden Fall noch sehr gründlich ansehen müßte.

 

Hatte mir Saunières Fernrohr bis hierher gewissermaßen als Wegweiser gedient, so öffneten sich nun plötzlich Türen. Die Hüter des Platzes, die dort oben, in der Abgeschiedenheit, an der Salsquelle leben, begannen zu erzählen. Aus Platzgründen muß ich darauf verzichten, hier die an sich schon phantastische Geschichte zu erzählen, wie sich diese Dinge entwickelten. Nachdem ich jedoch zunächst einmal über einige grundlegende Zusammenhänge informiert worden war, erfuhr ich endlich auch näheres über jene ominöse „Glashöhle“, die ich bis dahin eigentlich  mehr für eine der zahllosen Legenden über die Region hielt. Meine Skepsis muß mir wohl vom Gesicht abzulesen gewesen sein; denn ich wurde unverzüglich zu einer Besichtigung eingeladen.

 

Während des Fußmarsches zu der besagten „Höhle“ erfuhr ich nun, daß es sich offenbar um einen ganzen Komplex gleichartiger Grotten handeln würde, die wahrscheinlich untereinander durch ein unterirdisches Gangsystem verbunden wären. Außerdem wäre die Bezeichnung „Höhlen“ nicht korrekt; weil es sich tatsächlich um Megalithbauten handelt. Wegen der erwähnten Verglasungen im Inneren, schließt man auch die Möglichkeit nicht aus, daß man es mit Öfen zu tun haben könnte, die der Glasschmelze dienten. Daß in der Nähe der Salsquelle früher eine Glashütte existierte, in der Glasmacher aus Deutschland arbeiteten, steht nachweislich fest. Der ehemalige Standort ist heute noch auf Karten als „la verrière“ verzeichnet, an dem sich tatsächlich die Reste des Bauwerkes besichtigen lassen.

 

 Mit der mittelalterlichen Glasherstellung in dieser Region hat es im übrigen eine besondere Bewandtnis. Ein Geheimnis des Templerordens, das ich erst unmittelbar vor den hier geschilderten Ereignissen lüften konnte. [1]) Doch die beträchtliche Distanz, von immerhin etwa 2,5 km, zwischen der alten Glashütte und den vermutlichen „Glasöfen“, erschien mir denn doch als äußerst merkwürdig, und ein weiterer Umstand läßt einen unmittelbaren Zusammenhang erst recht als unwahrscheinlich erscheinen.

 

Öfen 18-Mai-2010 Werner (11) kleinDann stand ich nun vor dem Eingang in die bisher einzige begehbare „Glashöhle“. Kaum hinein gekrochen, stellte ich zu meiner nicht geringen Überraschung fest, daß  der vorgebliche Glasofen nichts anderes ist, als ein sogenanntes Ganggrab. [1])

 

 

Vorläufiges Inspektionsergebnis:

·       Bei der Glashöhle handelt es sich zuerst einmal nicht um einen natürlichen Hohlraum. Aber vermutlich auch nicht um einen konventionellen Glasofen. Die ganze Anlage ist meiner Meinung nach nichts anderes als ein typisches Ganggrab. Ein kurzer Gang, etwa 4 m lang (ca. 1,5 m hoch), führt, nach innen abschüssig, in den Boden hinein. Die Wände bestehen aus Steinmauern, über die große Steinplatten dachziegelartig als Decke gelegt sind. Am inneren Ende des Ganges ein niedriger Durchlaß, zu dem hin die Gangdecke sich absenkt. Der Durchlaß ist ein Bogen aus gebrannten Lehmziegeln, so wie sie noch heute in einem solchen Gewölbeverbund verbaut werden. Tiefer kriechend gelangt man in den dahinter befindlichen runden Raum, von ca. 1,50 m Durchmesser. Der Boden ist verschüttet, bedeckt mit Steinen und herabgefallener Erde (Lehm). Die Wände bestehen aus Steinen, sind also Natursteinmauern. Auffällig erschien mir besonders die Deckenkonstruktion. Quer über den Innenraum liegen längliche Steine wie Kanthölzer, ähnlich Schiffspanten, in etwa 20 cm Abstand zueinander. Auf diesen „Stürzen“ liegen dann wiederum Steinplatten. Über der gesamten Anlage erhob sich früher eine Kuppel aus Steinen. Diese Kuppeln sind bei allen sieben Gräbern zerstört, nur noch Reste vorhanden. In der Deckenkonstruktion sind offensichtlich auch Lehmziegel verbaut. Oder der lehmige Boden ist gebrannt worden, als in der Kammer hohe Temperaturen herrschten. Eine andere Erklärung für das Vorkommen geschmolzenen Glases in der Kammer, ist ja erst recht kaum denkbar.

·       Denn die Verglasungen sind  an vielen Stellen in der Kammer tatsächlich erhalten. Die größeren Glasreste sind Grünglas. Die dünneren Schichten scheinen eher aus farblosem Glas zu bestehen. Weder in der Kammer, noch davor, in dem Gang, finden sich die geringsten Brandspuren. Keinerlei Asche und keine Spur von Ruß und Schwärzung an Wänden und Decke.

·       Ich kann mir nicht erklären, wie das Glas in der Kammer geschmolzen sein soll, ohne daß Spuren von Feuer zu finden sind. Demnach müßte das Glas im Freien, außerhalb der Kammer geschmolzen worden und dann durch eine Öffnung in der Decke in die Kammer gelangt sein. Ob dem überhaupt eine Absicht zugrunde lag, ist ebenfalls nicht zu erkennen. Denkbar wäre eine Glasschmelze auf dem Dach der Kammer, in die dabei flüssiges Glas gelangt sein könnte. Aber die Decke über dem dicksten grünen Klumpen, ist absolut dicht und das Glas wäre auf seinem Weg durch meterdick aufeinander liegende Steine schon geronnen bevor es in die Kammer gelangen konnte. Oder draußen geschmolzenes Glas ist extra in die Kammer gebracht und innen aufgetragen worden. Aus welchem Grund und zu welchem Zweck - das bleibt vorerst ein Rätsel.

·       Jean de Rignies, der letzte Hüter der Salsquelle, hatte einen Freund, der bei der NASA arbeitete; und von diesem Freund soll ein Stück Glas aus der Kammer analysiert worden sein.
Ergebnis der „NASA-Analyse“:

Öfen 18-Mai-2010 Werner (14) klein
Das Glas ist älter als 6000 Jahre!

Sensationell - vorausgesetzt, so eine Analyse ist tatsächlich vorgenommen worden und hat dieses Ergebnis erbracht. Hier kann nur eine neuerliche Untersuchung Gewißheit bringen. Gegenwärtig ist eine solche Analyse im Gange. Nach dem letzten, inoffiziellen, Zwischenbericht, ist die eingereichte Glasprobe aus dem Ganggrab an der Sals mit großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich etwa 6000 Jahre alt. Von daher erscheint es also noch unwahrscheinlicher, daß die in der Nähe gelegene mittelalterliche Glashütte im Wald einige abgelegene Glasöfen unterhielt.

·       In der unmittelbaren Umgebung des Ganggrabes lassen sich die Reste von 6 weiteren Gräbern ausmachen. Eines davon ebenfalls schon geöffnet, doch noch nicht begehbar. Nachdem ich aus einem dieser anderen Gräber zunächst einmal soviel Erde, Schutt und Steine herausbefördert hatte, daß ich mich in die Kammer hineinschlängeln konnte, entdeckte ich im Inneren eben solche Verglasungen, wie in der Kammer zuvor.

·       Den Angaben Jean de Rignies zufolge, soll sich im Bereich der Grabstellen ein großes eisernes (metallisches) Objekt im Untergrund befinden. Länge etwa 50 m, an einem Ende spitz zulaufend, „wie ein Pfeil“, und etwa 10 m breit. Entdeckt, geortet und vermessen hat dieses Objekt in den 80er Jahren ein befreundeter Radiästhesist. Jean, ein sehr besonnener Mensch und außerordentlich fähiger Ingenieur, der niemals leichtfertig haltlose Vermutungen ausstreute, ging bis zu seinem Tod, vor etwa 3 Jahren, davon aus, daß jenes metallische Objekt ein extraterrestrisches Raumfahrzeug sein könnte - ein UFO also. Und er hatte gute Gründe dafür, auf die ich in diesem Beitrag nicht im Einzelnen eingehen möchte. Nicht etwa aus Geheimniskrämerei; sondern weil es hier um die rätselhaften Verglasungen geht. Um ein Phänomen, das jedoch möglicherweise mit der UFO-Problematik relativ eng zusammen hängen könnte. [2])

 


·       Meine Vermutung : Falls sich wirklich ein metallisches Objekt von solchen Ausmaßen in der Erde (in dieser Tiefe wahrscheinlich im Fels...) befinden sollte, dann könnte es sich, rein theoretisch, dabei um die geheimnisvolle Stahlkammer der Templer („Trésor“) handeln, den diese  unter Bertrand de Blanchefort erbaut haben sollen. Oder vielleicht um eine vergleichbare Anlage.
Das von Jean de Rignies hinterlassene Archiv wird zweifellos noch näheren Aufschluß über die Angelegenheit geben, wie über sehr viele andere Dinge auch. Wir sind gegenwärtig noch mit der Auswertung des gesamten Materials beschäftigt. Angenommen, dort unten steckt wirklich der Trésor der Templer, so würde das immer noch nicht das Geringste über das Vorkommen von geschmolzenem 6000 Jahre altem Glas aussagen. Vorausgesetzt, die Gräber stehen überhaupt mit dem Objekt in einem direkten Zusammenhang.

·       Eine alte Glashütte - der Templer vermutlich - ist auf der Karte in westlicher Richtung, unterhalb von „Corps du Garde“, dem alten Posten, verzeichnet. Demzufolge ist in der Umgebung der Salsquelle früher, mit großer Wahrscheinlichkeit unter Regie des Ordens Glas hergestellt worden. [1])Das könnte zumindest einiges erklären - nur eines nicht:  6000 Jahre altes Glas.

 

Udo Vits

 

(Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors) 



[1] Den Nachweis für meine Behauptung erbringe ich in meinem Buch, „Der Muezzin von Rennes-le-Château“


 



[1] Ganggrab, mit einem Gang versehenes Großsteingrab der Megalithkultur = Bezeichnung für verschiedenartige Kulturgruppen, die im Zusammenhang mit bestimmten gemeinsamen Glaubensvorstellungen und Gesellschaftsstrukturen Megalithbauten errichteten. Die Megalithbauweise war in der Jungsteinzeit vom östlichen Mittelmeerraum über Nordafrika und die Mittelmeerinseln auf die Pyrenäenhalbinsel gekommen, wo sich ein neues Zentrum mit Entstehung verschiedener Formen von Megalithgräbern bildete. Von dort breitete sich die Sitte entlang der französischen Atlantikküste über Irland und England nach Südskandinavien und Norddeutschland   aus und blieb in den westeuropäischen küstennahen Gebieten bis in die frühe Bronzezeit erhalten. Sie war besonders typisch für die Trichterbecher-Kultur.

[2] siehe z.B. Magazin 2000 plus, Sonderheft, „40 Jahre UFO-Sichtung“ auf  S. 11 wird die Außenhaut eines UFO als „hochwertiges, geschliffenes, farbiges Glas“ beschrieben.



[1] ausführlich dargestellt in meinem Buch, „Der Muezzin von Rennes-le-Château“, (erscheint in Kürze)



[1] Dolmen [der; keltisch, französisch, „Steintisch”],   vorgeschichtliche Grabform der Jungsteinzeit und frühen Bronzezeit; eine aus Trag- und Decksteinen gebildete Grabkammer, meist mit einem Erdhügel überwölbt.

 

Veröffentlicht in Fontaine Salée

Kommentiere diesen Post