Erinnerungen eines Schatzgräbers

Veröffentlicht auf von asmodeus

Aus den Erinnerungen eines Schatzgräbers

 

Ein paar Worte vornweg:

Diese Aufzeichnungen schliessen an den Bericht von Robert Charroux an, ergänzen sie und führen noch sehr viel weiter in die Grabungen hinein, welche seit den 60er Jahren, in RLC, durchgeführt worden sind. Hier erzählt ein passionierter Schatzsucher ausführlich über seine jahrelang mit grossem Einsatz angestellten Versuche, an das vermutete Schatzdepot heran zu kommen. Sein kompromissloses Engagement lässt zumindest erst einmal darauf schliessen, dass die Spuren, denen er nachging, vielversprechend genug gewesen sein müssen, um den grossen Einsatz, den er leistete, zu rechtfertigen.

 

Die Rede ist von Alain Châtillon, einem Mann der dem engeren Kreis um Robert Charroux zuzurechnen ist. Den man vielleicht, nach dem Tod von Charroux, im Jahr 1978, zu den massgeblichen Personen rechnen muss, die das Werk von Charroux fortführen, wenn man das mal so pathetisch ausdrücken will und wenn man das Thema Präastronautik dabei ausklammert. Denn dafür scheint sich Châtillon weniger interessiert zu haben.

 

Nachdem er die Militärschule in Nîmes und Rochefort absolviert hatte, war er bis zum Ende des Algerienkrieges dort im Einsatz. 1963 Rückkehr, nach France und 1965 Bekanntschaft mit Charroux. Natürlich sofort begeistert von dessen „Club de Chercheurs“ und von da an Jäger der verlorenen Schätze.. Zunächst hauptsächlich Auftragssuche, mit einem Partner, Charles Soudieu, aus Strassburg. Dieser machte ihn 1966 auf RLC aufmerksam. Im Anschluss an eine Auftragssuche machten sie sich zusammen auf den Weg nach RLC. De Sèdes Buch war erschienen und der run auf das Dorf hatte begonnen.

 

Hier kaufte Châtillon schon bald ein Haus. Das Virus scheint also auch bei ihm schnell und heftig gewirkt zu haben...

 

Dieser Entschluss wirkt alles in allem aber dennoch etwas befremdlich. Denn längst nicht alle vom RLC-Virus verseuchten Schatzsucher kauften sich gleich ein Haus in dem Dorf – auch die verbissendsten unter ihnen ausgesprochen selten. Es scheint in dem Falle also noch ein besonderer Grund vorgelegen zu haben. Und den gibt der Meister denn auch preis, indem er eine auf ihre Weise ebenfalls sehr merkwürdige Geschichte erzählt.

 

Acht Tage, vor seiner Reise nach RLC, hätte seine Frau von einem kleinen Dorf geträumt. Das lag auf einem Hügel und wurde von einem alten Château überragt. Neben dem Château befand sich eine kleine Weberei, in der es Fische gab.[1] Dort bekam sie ein bemaltes Papier in schlechtem Zustand – einen bemalten Papierfetzen. Und dort, in dem Dorf weiter gehend, kam sie an eine Stelle, an der sich ein mit Wasser gefülltes Loch im Boden zeigte.  Gespeist von einem unterirdischen Wasserlauf. Unten, auf dem Grund, lagerte ein grosser Haufen Edelmetall.

 

„Stellen sie sich unsere Überraschung vor“, erzählt Châtillon weiter, als wir in RLC ankamen, und bei unserer ersten Visite die Tür von dem kleinen Hotel aufstiessen, welches Noel Corbu dort, in dem Grundstück von Abbé Saunière, eingerichtet hatte. Er hatte es nicht lange zuvor an Henri Buthion verkauft. Wir lernten beide kennen.

 

Zum Schluss unserer Visite gingen wir noch in das alte Château und besuchten Marius Fatin. Kaum hatte meine Frau die Schwelle überschritten, sah sie den berühmten Wandteppich, der ihr im Traum erschienen war. Wie auf hellblauem Papier gemalt und etwas verwaschen.[2]

An diesen « Zufall » kann ich mich noch gut erinnern.

Und das sollte kein Zeichen sein?“

 

Eine jener abgefahrenen Geschichten, wie man sie in RLC immer wieder hört. Und Châtillon erzählte sie aus einem ganz bestimmten Grund, wie sich noch zeigen wird.

 

Es wird sicherlich auch noch andere, gute Gründe dafür gehabt haben, sich dauerhaft in RLC niederzulassen, um sich auf die Suche nach diesem einen Schatz zu konzentrieren.

 

Kurz darauf kaufte er, wie gesagt, ein Haus in RLC – „demeure des Hautpoul-Blanchefort“. Ein Grundstück also, welches an das Châteaugrundstück angrenzte.

 

Marius Fatin, der Eigentümer des Château, starb schon in den ersten Monaten des Jahres 1967. Doch Châtillon hatte vor dessen Tod noch Gelegenheit sich im Château umzusehen. Sein Sohn, der heutige Eigentümer, war damals umgänglicher als heute und selber auf der Suche. Châtillon bemerkte unter dem Turm mehrere Eingänge. (Ich weiss leider noch nicht, welchen Turm er meint) Die alten Stollen, die dort unten beginnen, sind jedoch nicht begehbar. Es scheint jedoch eine Galerie vom heutigen Château zum alten wisigotischen Bau, dem Castrum) zu führen. Seine Angaben hierzu decken sich völlig mit denen anderer Forscher, die selbst dort unten gewesen sind. Insofern also nichts Neues für uns. Allem Anschein nach ist Châtillon in dieser Galerie nicht sehr weit vorgedrungen, falls er denn überhaupt wirklich drinnen gewesen sein sollte. Es dürfte ohnehin nicht viele Menschen geben, denen das gelungen ist.

 

Nun mietete Ch. Eine Bohrplattform von einer schwedischen Firma. (Atlas-Copco) Der Lkw, der die Teile brachte, passte nicht durch die Dorfstrasse. Ein Bauer fuhr das Material mit seinem Traktor an den Tatort. Zuvor musste aber erst noch die Mauer zwischen dem Haus und dem Château abgetragen werden. Fatin war mit von der Partie.

 

Im Garten, hinter dem Haus, setzte Ch. Im Abstand von 50 cm eine Serie Bohrlöcher, bis in eine Tiefe von 15 m.

 

Resultat der ersten Sondage:

 

"Der Fels war flach, 1 m dick im Durchschnitt, aber manchmal nur 20 oder 60 cm. Ich dachte, es wäre eine Spalte oder ein gebauter Tunnel.
Leider wurden unsere Bemühungen dort nicht belohnt. Wir haben nichts gefunden, außer einen Hohlraum 14 m tief, und einen Stollen oder eine Spalte die in eine riesige Höhle mündet. In der Tat, aus der Öffnung trat ein starker Luftstrom nach aussen.
Kurze Zeit später habe ich die Suche, wegen der Intervention der örtlichen Gendarmerie aufgegeben. Ich hatte, ehrlich gesagt, keine Grabungsgenehmigung.
"[3]

 

Klar, dass diese Aktion nicht unbemerkt bleiben konnte. In der regionalen Presse wurde damals darüber berichtet. Nachdem sich die Wogen wieder geglättet hatten, startete Ch. den  nächsten Versuch. Dieses mal mit einem „wagon-drill“ – einem Tiefbohrgerät, welches 25 m Tiefe erreichen konnte. Diese Maschine wurde auf dem heutigen Parkplatz von RLC aufgebaut – vor der Villa, oben, neben dem Gartenrestaurant. Die folgenden Sondagen und sonstigen Untersuchungen erstreckten sich über einen Zeitraum von insgesamt 3 Jahren. Gemeinsam mit Henri Buthion, der dauerhafte Plätze für die Arbeiten  zur Verfügung stellte und natürlich selbst Hand anlegte. So entstanden die Hohlräume unter dem Tour-Magdala und unter der Orangerie. (Bei letzterem handelt es sich um jenes 6 bis 7 m tiefe Loch, das wir selbst schon inspizierten. Nur eine tiefe Spalte, die sich im Fels verliert.) Das Alles zog sich hin, bis 1975.

 

Châtillon: „Der Untergrund von RLC gleicht tatsächlich einem Schweizer Käse. Ich brauche da nur an einen kleinen Unfall in meiner Garage zu denken. Als ich dort drinnen den Fussboden herrichtete, gab plötzlich der Boden unter mir nach. Er senkte sich um ca. 50 cm. Ich hatte leichtsinnigerweise nur ein paar Steinbrocken aus dem Boden gehoben und damit dessen Stabilität geschwächt. Eins meiner Werkzeuge fiel in das entstandene Loch, durch das ich nun in eine etwa 9 m tiefe Felsspalte blicken konnte. An deren Boden schien eine weitere Spalte, wie ein Nebenraum, abzuzweigen. Niemand ist jemals dort hinunter gestiegen.“

 

Der Meister verbreitet sich dann weiter über den total zerlöcherten und zerklüfteten Untergrund im gesamten Berg. Kommt auch auf die Hohlräume unter dem Friedhof zu sprechen. Beschreibt ausführlicher einen Hohlraum in Höhe des Glockenturms, exakt an dem Platz, an dem sich das Grab der Marquise d`Hautpoul-Blanchefort befindet. Dieser Hohlraum soll wirklich leer sein, wie er sagt – also müsste er das ja untersucht haben... Das Terrain wäre stabil. Im übrigen geht er davon aus, dass die „Alten“ sich den völlig zerklüfteten Untergrund für ihre Zwecke nutzbar machten, indem sie manche der Risse und Hohlräume miteinander verbanden, vielleicht auch stellenweise ausbauten. Alles ist immer noch viel zu wenig erforscht und es macht schliesslich zu einem guten Teil das Mysterium von RLC aus.

 

Während der 3 Jahre intensiver Recherchen, beschäftigte er sich auch eingehend mit Henri Boudets Buch über den Kromleck von RLB. Die darin beschriebenen Kreuze existierten wirklich und wahrhaftig. Ohne Zweifel war es Boudet selber, der sie eingravierte. Es handelte sich keines Falls um natürliche Strukturen. Besonders das eine, grosse Kreuz auf einem Felsen am Serbairou scheint als Visierpunkt für eine Optik gedient zu haben. Leider sind diese Kreuze heute alle „verschwunden“ – zerstört, ausgelöscht.

 

"Charroux besuchte uns in dieser Zeit mehrmals und beehrte unsere Zusammenkünfte mit seiner Gegenwart. Aber es beschränkte sich meistens in erster Linie auf Grillen, Essen und Plaudern. Wir sprachen vor allen Dingen über seine damaligen Pläne für eine grandiose Expedition zu den Cocosinseln bei Costa Rica, um nach den Piratenschätzen zu suchen. Leider ist dieses Projekt dann niemals über das Entwurfsstadium hinaus gekommen."

 

Dann erzählt Châtillon ausführlich von seinen Suchexpeditionen in Südamerika und später, 1989 in Bulgarien. Weiter geht’s mit seinen Ausführungen über den Club und über allgemeine Probleme bei der Schatzsuche.

 

Sein besonderes Interesse widmet er inzwischen, seit langer Zeit, dem „Gold von Toulouse“, mit dem wir uns ja ebenfalls befassen. Ein interessanter Ansatz dazu, unter : http://www.gralssuche.org/forschungsberichte/Forschungsberichte.html

Das deckt sich weitgehend mit unseren eigenen bisherigen Ergebnissen. Wir werden uns der Sache noch gesondert annehmen. Denn dazu liegt uns noch mehr gutes Material vor. Wir haben da jetzt eine neue Spur aufgenommen, die besondere Aufmerksamkeit verdient. In mehrfacher Hinsicht sogar.

 

Zurück, zu den Ausführungen von Châtillon, der am Ende noch mal auf RLC zu sprechen kommt. Denn RLC bleibt trotz Allem interessant. Mit seinen Apparaten will er ungefähr unter der Kirche mehrere Hohlräume geortet haben. In 25 m Tiefe scheint eine gewaltige Caverne zu liegen, die Saunière seinerzeit ausgeräumt haben könnte. Weiter erwähnt er die Aktivitäten eines italienischen Teams, im Jahr 1992. Die Italiener drehten damals eine Doku über RLC und hatten u.a. im Vatikan recherchiert und dort angeblich Hinweise auf einen gewaltigen Schatzhort gefunden, der in RLC deponiert sei. Die exakte Stelle ist unbekannt, muss aber in oder nahe bei dem Dorf liegen.

 

Châtillon verspricht sich vom Eisatz eines Ultraschalldetektors den meisten Erfolg. Denn mit so einem Gerät hätte er die riesige Caverne in 25 m Tiefe unter der Kirche geortet. Gesucht werden müsste in erster Linie an der Stelle, an der das alte Wisigoten-Château gestanden hat – auf dem Anwesen des Abbé also – zwischen Kirche und Turm.

 

Im Verlauf seiner Recherchen, auf dem Plateau von RLC, den Detektor in der Hand, sammelte Châtillon zahlreiche alte Münzen mit der anderen Hand auf. Darunter Stücke, die offenbar in RLC selbst, während der Zeit von Charlemagne geschlagen worden zu sein scheinen. Sie zeigen folgende Gravur: RED + AES, welche den Numismatikern, die sich auf die Epoche spezialisiert haben verrät, dass sich im VII und im VIII Jh. eine Münzstätte unter dem Zeichen verbirgt, bei der es sich um die Münze Redhae gehandelt haben müsste. Der Hauptstadt des Razès in dieser Epoche. Ausgesprochen rare Stücke für jede gute Kollektion. Auf den Münzen erkennt man, ausser der Inschrift, eine fette Spinne und des weiteren ein Kreuz, das von den Buchstaben P und S flankiert wird.

 

Klar das diese Münzen ein gänzlich neues Licht auf die Grabplatte der Marquise werfen. Das hat natürlich auch der Meister gleich erkannt und sich darüber so seine Gedanken gemacht. Zu finden unter:

http://translate.google.com/translate?hl=de&sl=fr&tl=de&u=http%3A%2F%2Fwww.renne-le-chateau.com%2Fdecrypta%2Fdecrypta.html&anno=2

 

 

Prof.ren. asmodeus

[1] « Dans ce château, on pouvait voir une tapisserie avec des poissons. » Tapisserie kann man mit Weberei oder Polsterei überstzen, kann auch ein Teppichladen gemeint sein.

[2] Dès qu`elle en eut franchi le seuil, mon épouse vit la fameuse tapisserie qui lui était apparue en rêve. C`était un papier peint bleu pâle délavé sur lequel figuraient des poissons.

 

[3] „La roche était à peu de profondeur, à 1 m en moyenne, mais parfois dès les 20 ou 60 cm. Je pensais rencontre une ancienne faille aménagée ou carrément un souterrain.

Malheureusement, nos efforts n`ont pas été récompensés. On n`a rien trouvé, sinon une cavité à 14 m de profondeur, mais c`était plus une faille qui communiquait avec une énorme cavité. En effet, lorsqu`on a ouvert, il s`est produit un puissant courant d`air jusqu`à la surface.

A quelque temps de lã, j`ai abandonné ces recherches sur injonction de la gendarmerie locale. Je n`avais, il est vrai, aucune autorisation de fouilles. »

 

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