Der Schatz von La Soulane (Teil 3)

Veröffentlicht auf von asmodeus

Ich hatte diesen Artikel zu Ende geschrieben und bereits unter  

http://www.gralssuche.org/forschungsberichte/der_schatz_von_la_soulane_teil_1.html

http://www.gralssuche.org/forschungsberichte/der_schatz_von_la_soulane_teil_2.html

veröffentlicht, obgleich mir noch aussagekräftige Fotos von dem Felsen fehlten, der einem umgedreht liegenden Boot ähnelt. Zwar hatte ich ihn früher schon von allen Seiten gefilmt, dafür aber nur Fotos (01) Kiel mit Rinnegemacht, auf denen die beschriebenen Details nicht gut zu erkennen sind. Also beschloss ich, bei der nächsten Gelegenheit einen Abstecher auf die Soulane und dabei bessere Bilder zu machen. Die Gelegenheit kam vor wenigen Tagen. Ich machte meine Fotos und gleich darauf eine Entdeckung, die wohl alles in den Schatten stellen dürfte, was ich bisher bereits auf der Soulane entdeckt hatte:

 

Entlang der Oberkante des zeltartigen Felsen (dem „Kiel eines umgedrehten Bootes“ also) verläuft eine Rinne, die sich bestimmt nicht auf natürliche Weise gebildet hat.

Am Fusse des „Doppeldolmen“ ist eine Öffnung im Boden entstanden. Ähnlich einem anderen Loch, noch weiter unterhalb am Hang, welches mir früher schon aufgefallen war. Wir vermuteten in dem Terrain ja nicht nur deshalb die Existenz mehrerer alter Minen. Die neu entstandene Öffnung ist zwischenzeitlich so weit freigelegt worden, dass man sich mit Müh und Not Dolmenmine (17) kleinhineinschlängeln kann. Für mich eine unwiderstehliche Einladung, der ich nur zu gerne, wenn auch mit gemischten Gefühlen, Folge leistete. Aber das, was danach folgt, verschlug mir erst recht den Atem. An den engen Durchschlupf schliesst sich ein schon geräumigerer Stollen an, der bald in eine Caverne mündet, in der es, auf der anderen Seite, in einem anderen Stollen, weiter in den Untergrund von Soulane hinein führt. Diesem, in einem leichten Bogen nach rechts verlaufenden, Stollen folgend, gelangt man nach ca. 50 m in die nächste Caverne. Zuvor zweigt noch ein Kriechgang nach links ab Ich nehme an dass er bei der anderen Bodenöffnung, weiter unterhalb am Hang, ins Freie führt. Am Zugang zu Caverne Nr.2 fällt eine mauerartige Struktur auf. Gegenwärtig möchte ich mich jedoch noch nicht dahingehend festlegen, ob es sich dabei tatsächlich um eine gesetzte Mauer oder um eine natürlich entstandene Barriere handelt. Man könnte es jedenfalls leicht für eine Stützmauer halten. Bei den nächsten Exkursionen, mit mehr Licht, will ich mir noch ein besseres Bild verschaffen.

(03) öllampenVor diesem Problem – ausreichend viel Licht – scheinen vor langer Zeit andere Besucher auch schon gestanden zu haben. Sie begegneten ihm mit ihren Öllampen, von denen sie zwei gut erhaltene Exemplare in der Caverne zurück liessen. 

Hinter dieser zweiten Caverne führen weitere Stollen, in verschiedene Richtungen, tiefer in den Berg hinein. Leider endet der unterirdische Weg dort bis auf weiteres, denn  der Boden des Tunnels wird in dem Bereich zunehmend morastiger und scheint noch ein Stück weiter hinten in einen Wasserlauf überzugehen. Vielleicht kreuzt er ihn nur oder er verläuft möglicherweise mit ihm gemeinsam über eine gewisse Strecke. Das Flüsschen läuft hangabwärts, in Richtung Sals. Das muss erst noch während einer Trockenperiode untersucht werden. Zur Zeit ist zu viel Wasser im Berg unterwegs und stellt ein erhebliches zusätzliches Risiko dar. Die Abflussmenge ist  mitunter starken Schwankungen unterworfen und kann manche Stellen in den engen Stollen schnell zur Falle werden lassen.  Eine gründlichere Untersuchung der „Mine“ kann und wird also erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

(04) HauptstollenZunächst liess sich aber bereits jetzt feststellen: Unmittel hinter dem Einstieg in die Anlage zweigt ein Gang nach rechts ab. Er mündet, leicht ansteigend, in eine Kammer, welche unter dem „Doppeldolmen“ liegt, und in die man auch vom Dolmen aus gelangt, bzw. gelangen konnte. Im vorderen Teil von dessen Innenraum hatte ich ja bereits Anzeichen dafür gefunden, dass dort ein Schacht nach unten zu führen scheint. Diese Vermutung hat sich nunmehr bestätigt. Ein Schacht existiert tatsächlich, doch ist er weitgehend verfüllt und momentan nicht passierbar. Er könnte aber relativ leicht wieder geöffnet werden.

Soweit ich mich im Untergrund orientieren konnte, scheint Caverne Nr.2 wenigstens ungefähr unter dem „Kultfelsen“ – dem Felsblock mit den zwei konzentrischen Vertiefungen – zu liegen.

Der Stollen, welcher später abzweigt, verläuft zur Talseite hin. Ich vermute, dass eben jenes andere Loch, welches ich erwähnte, die Mündung dieses Stollens ist.

Die gemauerte Rinne, welche ich ebenfalls schon beschrieb scheint dann wahrscheinlich der Entwässerung gedient zu haben. 

Überraschenderweise haben sich die alten Schatzgräbergeschichten bis jetzt zu einem Teil bewahrheitet. Der Schatzsucher, welcher früher seinen Fund bei dem „Doppeldolmen“ gemacht hatte, lag, wie sich jetzt herausstellt, richtig mit seiner Vermutung. Denn so etwas ähnliches wie eine Grabkammer befindet sich ja wirklich unter dem Dolmen. (Ich bleibe der Einfachheit halber bei der Bezeichnung „Dolmen bzw. Doppeldolmen“. Ob es sich bei dieser Felsformation tatsächlich um einen Dolmen handelt oder nicht, sei erst einmal dahin gestellt.) Doch diese „Grabkammer“, in der er den Hauptanteil des Schatzes vermutete, die ist leer. Kein Schatz, aber auch kein Skelett oder wenigstens Knochen, und auch sonst nichts, was auf eine Begräbnisstätte oder auf Bergbau hindeuten könnte – wenn man von den zwei oben erwähnten Objekten einmal absieht, denn die könnten auch vor vielen hundert Jahren von Schatzsuchern zurückgelassen worden sein.

Ich sehe da zwei mögliche Erklärungen:

(1)   In der unterirdischen Anlage könnte, bis in die 60er Jahre hinein, durchaus ein Schatz gelegen haben, der dann jedoch irgend wann, in den darauffolgenden 20 Jahren, von Unbekannten gehoben worden ist. Darauf deutet verschiedenes hin. In erster Linie sind das die Spuren einer Grabung, vom Inneren des Dolmens aus. Hier ist ein Schacht nach unten, direkt in die „Grabkammer“ (Caverne Nr.1) vorgetrieben worden. Damit hätten die Schatzgräber Zugang zu dem gesamten unterirdischen System gehabt und sicherlich alles ausgeräumt, was auszuräumen war.

(2)   Der Finder des Schatzes von La Soulane hat sich geirrt, und ausser seinem Fund, nahe der Erdoberfläche, gab und gibt es nichts weiter zu finden.

Andererseits müsste die gesamte unterirdische Anlage erst noch gründlich untersucht werden. Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass dort unten nicht eventuell doch ein verstecktes Depot angelegt worden sein könnte – vielleicht in den heute so schwer zugänglichen Bereichen. Meiner Meinung nach ist es nicht unrealistisch, in der Anlage mit Funden zu rechnen. Der Finder des Schatzes, der den damaligen run auf die Soulane auslöste, war offensichtlich kein Dummkopf und muss aus triftigen Gründen davon überzeugt gewesen sein, dass er erst den kleineren Teil des Gesamtschatzes geborgen hatte. Vielleicht ist die Geschichte dieses Fundes in ihren Einzelheiten auch nicht ganz richtig dargestellt worden. Denn wie es aussieht, hat der Schatzsucher nicht bloss eine Kammer unter dem Dolmen vermutet, sondern er hatte sie gefunden, ist in sie eingedrungen und hat seinen Fund in eben jener Kammer geborgen. Und wenn er in der Kammer gewesen ist, dann darf man sicherlich davon ausgehen, dass er von dort aus sicherlich auch weiter in den anderen Teil der Anlage vorgedrungen ist. Und dort vermutete er der Löwenanteil des Schatzes, von dem er lediglich einen kleinen Teil heben konnte.

Ich halte den „Doppeldolmen“ ebenfalls für eine Grabstelle und vielleicht ist die Bestattung ja wirklich nicht in dem Dolmen, sondern in der Caverne unter ihm vorgenommen worden. Wenn das der Fall sein sollte, dann könnte ich mir unschwer vorstellen, dass die gesamte unterirdische Anlage als Grabanlage diente. Und das würde, in Anbetracht der vielen alten Gräber an der Oberfläche von La Soulane, einigen Sinn ergeben.

Ausserdem mag ich nicht so recht daran glauben, dass wir es hier mit einer Mine zu tun haben. Die Stollen dieser „Mine“ führen geradewegs zu Kammern, welche genau unter einigen jener rätselhaften Objekte liegen, die ich zuvor beschrieb. Der Zweck des unterirdischen Systems scheint offenbar ja gerade darin zu bestehen. Andererseits kann man nicht ausschliessen, dass in den uralten Stollen in jüngerer Zeit auch bergmännische Aktivitäten zu verzeichnen gewesen sein könnten. Zu denken wäre dabei vorrangig an jene Zeit, um 1900, als Jettschmuck die grosse Mode wurde und die Nachfrage nach dem Stein einen boom auslöste, der auch unter den Leuten im Languedoc das Jagdfieber ausbrechen liess. Kaum ein Loch, kaum eine Felsspalte, Grotte und erst Recht keine alte, längst aufgegebene alte Mine blieb verschont. Überall wurde wild und hektisch nach dem schwarzen Stein geschürft.[1] Man muss sich deshalb übrigens auch nicht weiter über die stets gleichlautenden Auskünfte wundern, welche demjenigen erteilt werden, der sich nach den zahllosen grossen und kleineren Löchern erkundigt, die man überall in den Bergen antrifft. Das sind eben einfach alte Jett-Minen. Man kann also mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass in den alten Stollen, auf der Soulane, seinerzeit nach Jett gesucht und gegraben wurde. Sie dürften jedoch kaum erst in jener Zeit, vor etwa 100 Jahren, extra von Jettsuchern angelegt worden sein.

Ähnlich verhält es sich ja mit der angeblichen Mine, im gegenüber liegenden Serbairou, bei der Source Madeleine. In diese „Mine“ gelangt man nur durch einen Felsspalt, der so eng ist, dass es einiger Anstrengung bedarf, um sich hindurch zu quetschen. Erst hinter diesem Nadelöhr gelangt man in einen grösseren Stollen und in verschiedene Cavernen. Bergleute hätten diesen Spalt auf jeden Fall erweitert. Verglichen mit den unzähligen anderen alten Minen in der Region, sind diese Anlagen jedenfalls untypisch.

 

Mit freundlicher Genehmigung des Autors



[1] Gagat, ist eine Form von versteinerter Kohle, die im Jura aus dem Holz einer großen Schuppentannenart (Araucaria) entstand und meist als Schmuckstein verwendet wird. Er wird auch als "Jet(t)" oder "Schwarzer Bernstein" bezeichnet. Weitere, teils veraltete, Synonyme sind Gayet oder Jayet, Pechkohle, Schwarzstein, Agtstein, Ambranoir und Witwenstein.Der deutsche Name Gagat leitet sich von einer Fundstelle in der Nähe des Flusses Gagae in Lykien (Türkei) ab. Man nimmt an, dass auch die englische und die französische Bezeichnung (Jetstone bzw. Jais) auf dieser Wortverwandschaft beruht.

Gagat ist eine bitumenreiche tiefschwarze Braunkohle mit geringer Dichte (1,23 g/cm³) und samtartigem Fettglanz, der durch Polieren noch gesteigert werden kann. Es entsteht aus Holz, das in Feuchtschlamm eingebettet war.

Wegen des Glanzes und der leichten Schnitzbarkeit wurde Gagat schon in vorgeschichtlicher Zeit benutzt. Die Römer stellten Schmuck, Spinngeräte (Spinnwirtel) und Amulette aus Gagat her. Ab dem Mittelalter fertigte man in Europa daraus Trauerschmuck und Rosenkränze.

Boetius, der Leibarzt Cäsars, schrieb dem Gagat heilende Eigenschaften zu. So bewahre er vor dem bösen Blick, vertreibe Schlangen, heile Hysterie und Zahnschmerzen, besiege die Epilepsie und helfe bei der Feststellung der Jungfernschaft. In der Edelsteintherapie gilt Gagat als "Trauerstein"

Zum Ende des 19. Jahrhunderts, zur Blütezeit der Jett-Mode, als die Vorkommen seltener wurden, wurde auch Ebonit, ein Hartgummi, als Gagat-Ersatz verwendet. Das Hauptvorkommen lag zu dieser Zeit an der englischen Nordküste nahe dem Fischerdorf Whitby. Weitere Vorkommen gibt es in der spanischen Region Asturien (Villaviciosa), Südfrankreich, Österreich (Gams bei Hieflau und im Reichraminger Hintergebirge - Am Sandl) und in Württemberg.

Die spanischen Funde gingen zu einem großem Teil an die Zunft der Gagatschnitzer von Santiago de Compostela (Cofradía de los azabacheros de Santiago), die neben Schmuck und Devotionalien daraus Pilgerzeichen und -andenken in Form von Jakobsmuscheln oder der sogenannten Santiago-Fica, die als Abwehr gegen den Bösen Blick galt,[2] herstellten. Die Konzentration der Gagatschnitzer um einen Platz an der Kathedrale von Santiago de Compostela ist bis heute mit Plaza de Azabache oder Azabachería (Gagatplatz) in dessen Namen erhalten.

Quelle: Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Gagat)

Veröffentlicht in Geheimnisvolle La Soulane

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